Mittwoch, 31. März 2010

Ankunft der Familie

Montag, 29.03.2010

Da meine Familie am Montag um Mitternacht in New York eintraf, bin ich an diesem Abend ein wenig früher als normalerweise nach Hause (um 23:15 Uhr!) geradelt und habe die Wohnung vorbereitet. Schon am Nachmittag hatte ich mich mit dem Besten was der Supermarkt in Uninähe zu bieten hatte eingedeckt. Außerdem habe ich mit diesem neuen hautfarbenem Schwamm die Schwammanzahl in unserer Wohnung verdoppelt! Nachdem ich auch mein Zimmer ein wenig saubergemacht hatte (dieses Bild zeigt das Zimmer davor. Von danach habe ich, um Spott vorzubeugen, kein Foto gemacht) hat es, um 5 vor 1 Uhr Nachts (also kurz vor 7 Uhr morgens in Deutschlandzeit) auch schon geklingelt und die ganze Rasselbande stand vor der Tür! Mit Kind und Kegel sozusagen, um hier mal ein alliteratives Hendiadyoin zu verwenden. Nach ihrer Ankunft habe ich Ihnen erstmal traditionell amerikanische Snacks angeboten (Oreos und Snapple) und sie willkommen geheissen. Im Anschluss gabs eine kurze Einführung in die Geometrie von Manhattan und während die Ersten schlappgemacht haben wurden noch ein Paar Geschenke ausgetauscht:

Yankees T-Shirt von Ju für Ko

2 Laibe Brot von Eltern für Simon & Ju (Simon hat diese Nacht übrigens klugerweise bei seiner Freundin verbracht)

Osterschokolade von Eltern für Simon & Ju (Grund weswegen mir gerade ein wenig schlecht ist)

Dann gings auch schon ins Bett.
Mehr Schuhe, weniger Platz.
Dienstag
, 30.03.2010

Am nächsten Morgen habe ich mit meiner Familie gefrühstückt. Da das Wetter richtig schlecht war habe ich den Rest des Tages an der Uni verbracht. Während ich in einer Vorlesung war hat Simon auf meinem Schreibtisch einen der Brotlaibe gefunden, richtig kombiniert und sich davon eine Scheibe abgeschnitten. Außerdem habe ich ihm eine Boxershort mit in die Uni gebracht, die er für dieses Foto extra in der Hand hält: (Titel dieses Fotos: "So sieht es aus wenn wir arbeiten")
Als ich am Abend (extra früh, um 21:45 Uhr) heimgekommen bin waren alle außer meiner Mama schon im Bett. Dank ihrer Fotos konnte ich einen Einblick in den Tag meiner Familie gewinnen:

Regenschirme auf der Straße
Wer findet die Freiheitsstatue?
Meine Schwestern behaupten der Kerl links auf dieser U-Bahn-Werbung sei eine indische Version von mir
Na wer hält sich denn da nicht ans Putzverbot, welches ich EXPLIZIT erteilt habe? Da ich eine gut organisierte und strenge Haushaltsführung schätze wird dieser Regelverstoß noch ein Nachspiel haben!
Mittwoch, 31.03.2010

Heute habe ich mich um 10:45 Uhr (nach meiner Vorlesung) mit meiner Familie am Eingang der Columbia treffen wollen. Wie es sich für unsere Familie gehört waren natürlich nicht alle pünktlich dort, aber schon nach kurzer Wartezeit waren wir komplett. Auf dem Bild versucht meine Mama übrigens meine Schwester mit ins Bild zu ziehen, damit es so aussieht als ob alle spät gekommen wären. Hat leider nicht geklappt.

Erste Station war natürlich die Low Library. Nachdem sich ein Mädchen geweigert hatte uns zu fotografieren hat sich ein junger Mann dazu bereiterklärt, dieses ein wenig schiefe Bild von uns zu machen: Welches Geschlecht hilfsbereiter und damit moralisch überlegen ist sollte nun ein für alle Mal geklärt sein.

Langsam (auf die Fotografen in der Familie muss man immer warten) gings dann auf die Ostseite des Campus, über die Amsterdam Avenue hin zu einem der gefährlichsten Parks von New York. Ich habe mich während der Tour selbst wieder ein bisschen wie ein Tourist gefühlt. Auch auf dem Weg hin zum Physikgebäude gab es, fotografietechnisch bedingt, diverse Verzögerungen:
Sieht sie den Löwen?
Sie sieht den Löwen.
Im Treppenhaus ist mir dieser Kommunismus und Revolution propagierende Wandzettel aufgefallen und im 7. Stock (wo ich mein Büro habe) sind wir meinem Squashpartner Flo über den Weg gelaufen (Ex-Squash Partner, wenn man sich das Bild mal genau anguckt). Nach einem kurzen Blick in mein Büro gings, wieder über den Campus, noch zum Columbia Bookstore, wo ich zunächst meinen deutschen Wortschatz mithilfe dieses Slangwörterbuchs erweitert habe. Dank der fachkundigen Beratung durch meine Schwestern konnte ich mich desweiteren für den Erwerb dieses Kleidungsstücks entscheiden. Eine meiner zahlreichen Schwestern hat sich außerdem zwei T-Shirts gekauft. Nachdem wir damit alles gesehen hatten was die Columbia University zu bieten hat (nämlich: Eine Statue, einen gefährlichen Park & Merchandise) sind wir auf dem Broadway locker flockige 15 Blocks nach Süden ("Downtown") gelaufen, um in diesem traditionell amerikanischen Restaurant (wo ich schon Weihnachten gefeiert habe) an der Ecke 100ste Straße & Broadway mittagzuessen. Meine Mama und die Schwesternschar haben je einen vegetarischen Burger gegessen, während mein Papa und ich jeweils einen mit Fleisch hatten. Klassische Rollenverteilung (ich hatte übrigens ein Erdbeermilchshake).

Nach dem Essen habe ich sie weiter nach Süden geschickt (wenn man von da aus ca. 4 km den Broadway runterläuft ist man schon direkt am Times Square!) und meine eigenen Füße eingesetzt, um zurück zur Uni zu gelangen. Auf dem Weg dorthin ist mir aber auch noch so einiges passiert:

Als erstes hat mich ein rothaariges Mädchen angesprochen und mir erzählt, dass das New Yorker Wasser das beste Trinkwasser in ganz Amerika wäre und die Ölindustrie nun genau dort bohren will, wo die das herkriegen. Da ich New York bald verlasse war ihr klar, dass ich kein Interesse daran habe, dass das Wasser hier sauber ist. Bevor ich weitergelaufen bin hat sie mir aber noch erklärt, dass der Chlorgeschmack im New Yorker Wasser nicht vom Wasser kommt, sondern von den Rohren. Interessant! (Erklärung: Sie meinte die wären alt und da würde sich irgendwas absondern, das irgendwie so schmeckt wie Chlor oder so. Aber das Wasser selbst sei super.)
Als ich 50 Meter (ca. 164 Fuß) weitergelaufen war dachte ich mir "Hättest halt ein Foto für dein Blog gemacht! In Zeiten wie diesen, wo Du nur Scheisse schreibst, ist das doch eine Hammerstory". Und als ich das so dachte passierte das Unglaubliche: Eine weitere Aktivistin sprach mich an! Und wegen was? Kommunismus! Sie hat mir eine Kopie des Blattes, das ich keine drei Stunden davor schon fotografiert hatte, in die Hand gedrückt. Ich habe nicht lange gefackelt und ein Foto von ihr (ich glaube sie schaut da extra ernst) und ihrem Revolutionsstand gemacht. Dann bin ich zurück in mein Büro gelaufen, um zu bloggen und Schokolade zu essen bis mir schlecht war. Wenn ich weniger arbeiten müsste (was ich mache damit ich später mal viel Geld verdiene) würde ich mich vielleicht auch ein wenig mehr mit Kommunismus beschäftigen.

Samstag, 27. März 2010

Na toll!

Habe eine E-Mail vom Studentenwerk München bekommen:
Currywurst für alle - Studentenwerk wird 90!
Das Studentenwerk feiert seinen 90. Gründungstag. Um das zu feiern, laden wir alle Studierenden ein, am 30. März in unseren Mensen und Mensarien kostenlos zu essen.

Es gibt Currywurst mit Pommes für alle und für alle Vegetarier Penne mit Gemüsebolognese.
Und wer es nicht in die Mensa schafft, der bekommt in unseren Cafeterien ein kostenloses Balisto zum Naschen.

Das Studentenwerk wünscht einen guten Appetit!
Und ich sitz hier in New York!! Das Leben ist nicht fair.

Donnerstag, 25. März 2010

Öfter mal was Neues

Zunächst mal möchte ich den Lesern meines Blogs die Postkarte, die Haruko mir hinterlassen hat, nicht vorenthalten:Tinta würde das Motiv wohl "Sicht auf New York von Simon & Ju's Wohnung aus" nennen. (Jedesmal wenn ich irgendwo einen Apostroph setze habe ich Angst, dass es ein Deppenapostroph ist und Matze über mich lacht.)
Außerdem hat mir Haruko ein Foto des äthiopischen Essens vom letzten Sonntag geschickt:
Am Dienstag war ich abenteuerlustig: Bagel mit Erdbeerfrischkäse!
Auch auf Apfel sehr lecker.

Heute war ich zum zweiten mal bei der wöchentlichen Party in der Business School: Thilo, der ein paar Tage bei uns gewohnt hat und für ein Semester an der Business School ist, kann da Leute einschleusen. Die Party kostet angeblich jedes mal 10 000$! Nachdem er mir ein Bändchen organisiert hatte konnte ich mich reinschmuggeln um Livemusik,

leckeres Essen und Freibier (aus Jugendschutzgründen kein Foto vorhanden) zu konsumieren. Bei den Wirtschaftswissenschaften sind die Leute ganz anders gekleidet und auch die Frauenquote ist dort höher als in der Physik - wer hätte das gedacht? Die Party ist aber schon um 10 vorbei, da ist man ja dann aber auch schon satt und 3 Bier sind auch genug wenn man im Anschluss noch rechnen will (die anderen sind noch in eine Bar gegangen - kann mir nicht vorstellen dass man dort gut arbeiten kann und bin deshalb zurück ins Büro).

Völlig nicht gestelltes Abschlussfoto auf dem die BWLer an meinen weisen Lippen hängen:
(Ein Blogeintrag voller Essen wie mir gerade auffällt)