Sonntag, 30. August 2009

Orientation & Bootsparty

Am Freitag war die International Student Orientation in der Columbia.
Das hat bedeutet: 3,5 Stunden in einem auf gefühlte 10°C heruntergekühlten Raum.
Highlight: Die "Sicherheitsbelehrung", also wie man sich auf dem Campus und in NYC verhalten soll damit man nicht ausgeraubt wird, hat über eine Stunde gedauert. Es gab sogar einen, eigens für die Columbia University gedrehten, 15-minütigen Film über Sicherheit auf dem Campus! Die Columbia University ist (laut dem Columbia Sicherheitsdienst) übrigens einer der sichersten städtischen Campus der USA. (Campus ist der Plural von Campus)
Der Chinesenanteil unter den ausländischen Studenten an der Columbia ist übrigens ca. 60%. Total krass: Die meisten unserer Kommilitonen mit denen wir geredet haben zahlen pro Jahr 40000$ Studiengebühren!

Samstag war dichter gepackt:
Nach einem Frühstück (14 Uhr) auf unserem Dachgings in den benachbarten Marcus Garvey Memorial Park zum Charlie Parker Jazz Festival. Meiner Meinung nach besonders interessant: Blues/Jazz/HipHop gemischt :

Am Abend haben wir erst auf unserem Dach getrunken und musiziertund sind dann nach Brooklyn gefahren, auf eine "party on a boat". Wir hatten über mehrere Ecken davon erfahren und standen also um 1 Uhr Nachts irgendwo in Brooklyn in einer ewig langen Schlange (Wartezeit ca. 40 Minuten) um uns für 20$ Eintrittsbändchen zu kaufen. Als wir die hatten sind wir mit einem kleinen Shuttlebus
in einen dunklen Hinterhof gefahren, dort um eine Eckein einen langen schmalen Gangund am Ende des Gangs links, bis wir bei einem Bootangekommen waren. Die Party war total abgefahren: Auf dem Oberdeck (auf dem es einen Whirlpool gab) haben die Leute zu Livemusik (Electro/HipHop) getanzt, auf der Kommandobrücke gab es einen Feuerspucker,einige Leute waren ziemlich abgefahren verkleidet, im Schiffsrumpf wurde (rutschiger) Kunstschnee verteilt und am Bug des Schiffs war ein dicker, halbnackter Weihnachtsmann der sich über die Artigkeit der Gäste informierte. Only in New York..
Irgendwann als die Sonne aufgegangen war sind wir zurückgefahren und waren um halb 9 Uhr morgens im Bett.

Der heutige Tag war dann mit Abstand der spannendste seit unserer Ankunft: Wir haben ausgeschlafen und dann einen Waschsalonbesucht.

Fazit der ersten zwei Wochen in NYC:

Donnerstag, 27. August 2009

WTC Site & Freiheitsstatue

Heute war Touristentag.
Wir sind ganz an die Südspitze von Manhattan gefahren
[BILD FEHLT] und haben uns den Platz, an dem früher das World Trade Center gestanden hat angeguckt.
Dort gibt es nichts zu sehen. Die werkeln wohl schon seit Jahren rum und irgendwann soll da "1 World Trade Center" (auch als Freedom Tower bekannt) stehen. Meiner 30-sekündigen Recherche zufolge wird das in etwa so aussehen:Ich persönlich hätte diesen Alternativ-Vorschlag eines mir unbekannten Architekten präferiert:Wie dem auch sei: Wir haben nur den Zaun einer Baustelle gesehen und sind, durch Häuserschluchten,
vorbei an der Wall Street (der Typ mit dem grünen T-Shirt bin übrigens ich),
zur Staten Island Ferry Station
gelaufen. Was haben wir dort gemacht? Wir haben die Fähre nach Staten Island (rote Linie = Fahrtweg, so ungefähr zumindest)
[BILD FEHLT]genommen. Warum haben wir das gemacht?
  1. Die Fähre ist gratis.
  2. Man fährt ziemlich nah an der Freiheitsstatue vorbei. Ich habe jetzt ca. 50 Fotos von der Freiheitsstatue aus verschiedenen Winkeln.
  3. Von der Fähre aus hat man einen guten Blick auf Downtown Manhattan (das Grüne vorne ist natürlich Battery Park, rechts sieht man die Brooklyn & Manhattan Bridge).
Auf Staten Island selbst haben wir vom Dach der Fährstation aus zurück auf Manhattan geschaut,Kirschen gegessen und sind mit der nächsten Fähre zurückgefahren.
Da wir englischsprachige Begleitung hatten haben wir die ganze Zeit Englisch geredet und uns natürlich über die ganzen deutschen Touristen in NYC aufgeregt.

Bild des Tages: Ich auf der Fähre vor der Freiheitsstatue.
Kulinarisches Highlight des Tages: Auf dem Heimweg habe ich mir einen "Oh Henry!" Schokoriegel gegönnt.

Bettwechsel & Gitarren

Gestern war Bettwechsel angesagt: Ich muss für den Rest unserer Zeit in der Dachwohnung auf die Luftmatraze, während Simon das normale Bett bekommt. Was ich gestern allerdings noch nicht wusste: Meine Luftmatraze liegt nicht auf einem Bettgestell, sondern auf einem Stück Holz, das auf zwei Bierkästen steht.
Eine Drehung später:
(man beachte die Bierkästen! Ich frage mich wie der Simon da drauf schlafen konnte. Meine Matraze jedenfalls steht jetzt auf dem Boden.)

Was, außer einem soliden Bett, braucht man, wenn man für 9 Monate in New York City ist? Akustikgitarren!
Deshalb sind wir heute, vorbei an zu schlecht gesicherten Fahrrädern,
runter zum Guitar Center (14th St & 5th Ave)
gereist, um uns dort mit Akustikgitarren einzudecken. Mit Erfolg:
Erklärtes Ziel: Neben unseren Studien wollen wir berühmte Bluesgitarristen in New York City werden und jede freie Minute in unser Gitarrenspiel investieren.
Unmittelbar nachdem wir uns das geschworen hatten sind wir zur Columbia-Veranstaltung "happy hour in the hood" gefahren, um Cocktails zu trinken.
Interessante Retrospektive beim Fotos angucken daheim: Simons Wirkung auf die Ladies
und meine Reaktion (auf Simons Wirkung)

Mittwoch, 26. August 2009

Gestern in Brooklyn

Gestern Abend waren wir in Brooklyn. Dort gibt es Bars mit interessanten Namen
und in einer davon haben wir uns mit Jenni,
einer Design-Studentin, die wir beim DAAD Einführungswochenende kennengelernt haben, getroffen. Sonst ist gestern nichts bemerkenswertes passiert, außer, dass die MTA (wie schon erwähnt die MVG von New York) sich unseren Hass zugezogen hat:
Wie fährt man in New York U-Bahn? Man kauft sich eine MetroCard,
auf der entweder ein bestimmter Geldbetrag (eine Fahrt, egal wohin, kostet 2,25$) oder eine Zeit (wie lang man sie benutzen kann) gespeichert ist. Wir benutzen momentan eine 1-Woche-Karte (27$). Man nimmt also diese Karte und zieht sie an so einem Sockel (rechts von der blauen Frau)
mit dem Magnetstreifen durch den Schlitz. Dann steht auf dem Display am Sockel "Go" und man kann durchs Drehkreuz.
Wie verhindert die MTA, dass sich eine Gruppe eine Tageskarte kauft und diese dann durchs Drehkreuz zurückreicht, sodass alle mit derselben Karte durchkönnen? Ganz einfach: Es gibt eine Zeitsperre, d.h. wenn man eine Zeitkarte benutzt und dann gleich wieder durchzieht, steht da
und man kommt nicht durch. Und wieso finden wir das doof? Weil wir gestern Abend gerade eine Bahn verpasst hatten und uns dann während der Wartezeit ein Sandwich kaufen wollten. Als wir wieder in der U-Bahn Station waren (und unsere U-Bahn gerade eingefahren ist!!) standen wir also vor den Drehkreuzen, zogen unsere Karten durch und was stand da? JUST USED.
Glück im Unglück: Ein paar illegal trinkende Collegemädchen (man darf in den USA erst ab 21 trinken) haben uns mit deutschen Flüchen die Wartezeit verkürzt.

Dienstag, 25. August 2009

Surfin' USA

Was macht man an einem heissen Sommermontag in New York? Man fährt für 2,25$ mit der U-Bahn an den Rockaway Beach,
[BILD FEHLT]guckt sich den Strand an
und leiht sich ein Surfbrett.
Surfzeit: 2 Stunden.
Größter Erfolg: 2-3 Sekunden auf dem Surfbrett stehen (während der Fahrt natürlich).
Was ich gelernt habe: Wenn man surfen geht, reicht eine Tasse Müsli nicht als Frühstück aus.

Da draußen am Rockaway Beach ist es ein bisschen so, wie man sich eine amerikanische Kleinstadt vorstellt: kleine Häuser,
viele Geländewagen
und natürlich haufenweise amerikanische Flaggen.
Wir haben sogar eine "We support our troops" Fahne gesehen!

Auf der Rückfahrt haben wir erfahren, dass um 21:00 Downtown (Highline Ballroom, 16th & 9th) ein Konzert ist, in das Columbia-Studenten umsonst reinkommen. Wir hatten keine Zeit mehr heimzufahren, sind also schnell in ein Restaurant dort in der Gegend zum Abendessen gegangen,
haben uns auf deren Klo schnell umgezogen (wir sind in unseren langen Badehosen in die Stadt zurückgefahren gefahren) und waren dann beim Klavierkonzert
immer noch extrem underdressed (und wahrscheinlich die einzigen Gäste mit Sand im Haar).
Das Konzert war echt cool: Der Pianist (Christopher O'Riley) hat Radiohead und Elliot Smith Stücke für das Klavier umgeschrieben. Leider kannten wir die meisten Stücke nicht, aber gut angehört haben sie sich trotzdem. Neben Radiohead und Elliot Smith hatte er auch ein paar Stücke von anderen Bands wie z.B. Nirvana im Programm.
Der Laden selbst war wohl gehobene Klasse, an den Tischen gab es einen Mindestverzehr von 10$/Person&Set und das Trinkgeld (15%) stand, um Missverständnissen vorzubeugen, gleich mit auf der Rechnung. Wir haben uns zu 4. eine Flasche Merlot (Kostenpunkt natürlich 40$) gegönnt
und sind danach mit zwei Kommilitonen in eine kleine Bar in irgendeinem Keller gegangen, die im 20er Jahre Stil aufgemacht war.

Sonntag, 23. August 2009

Summer in the city

NYC ist, von der geographischen Breite her gesehen, ein bisschen südlich von Rom. Zusammen mit dem ganzen Smog bedeutet das: Hier ist es Schweineheiss und total stickig!
In den meisten Apartments (natürlich nicht in unserem) und Läden gibt es Klimaanlagen (die kleinen Kästen an den Fenstern)
und wenn man vom warmen und stickigen U-Bahnhof
in eine vollklimatisierte Bahn einsteigt, erlebt man eine gefühlte Temperaturdifferenz von 15-20 °C. Während man dann friert sieht man die U-Bahn Werbung (AC = Airconditioning = Klimaanlage)
und fragt sich, wieviel die MTA (Metropolitan Transportation Authority, die MVG von NYC) wohl täglich für AC zahlt.

Als wir heute ausgeschlafen hatten (so um 13 Uhr, mein Rhythmus normalisiert sich) habe ich beschlossen, New York Yankees Fan zu sein. Ich glaube die spielen Baseball. Als ersten (und einzigen momentan geplanten) Schritt habe ich mir die passende Fan-Garderobe zugelegt:
(12,99$)

(5$, das sind ca. 3,5€!!!)
Wenn ich jemandem ein solches T-Shirt mitbringen soll, einfach mir schreiben!

Am Nachmittag/Abend waren wir mit Freunden im Central Park
[BILD FEHLT]und haben dort gepicknickt
und sind ein wenig rumgehangen.
Kulinarisches Highlight: Das Mädchen, das auf dem Bild direkt hinter mir sitzt, arbeitet in der (angeblich zumindest unter Sex & the City Fans) weltbekannten Magnolia Bakery und hat uns cupcakes mitgebracht.
Tierbezogenes Highlight: Als es dunkel war haben wir einen Waschbär gesehen, der gar nicht scheu war. Ich habe ihn fotografiert (ohne Blitz, damit er nicht erschrickt):
Angeblich soll es im Central Park sogar Wölfe geben. Wir haben keine gesehen und sind um 10 gegangen, weil der Central Park bei Nacht angeblich nicht der sicherste Ort ist..