Samstag, 30. Januar 2010

Die Evolution des Bagels

Als ich hier in New York ankam, war vieles anders:
  • Ich wusste nicht, was ein Kaffeezusatz ist
  • Ich hatte noch nie Squash gespielt
  • Ich dachte Schutzbleche am Fahrrad würden überbewertet
  • Die SPD hatte in Deutschland noch was zu sagen
Ich war jung, hatte Träume und volles Haar. Eine der wichtigsten und fundamentalsten Änderungen seit meiner Ankunft ist die Art und Weise wie ich meine Bagels verzehre. Es folgt eine Chronik der Evolution meiner Bagelzubereitung.
  • September 2009 Ich esse meine Bagels mit "Chive & Onion" Frischkäse von Philadelphia. (Das Bild ist irreführend weil ich die Bagels einfach immer abgerissen und in den Käse getunkt habe. Leider sind davon aber keine Archivbilder vorhanden.)
  • Oktober 2009 Ich habe eine geniale Idee: Man kann weitere Lebensmittel zu dieser Kombination hinzufügen! Meine Wahl fällt auf Salami (lecker) und "Muenster" Käse (keine Ahnung was das ist, der Name hat mich an Deutschland erinnert und er schmeckt gut)
  • November 2009 Während ich einen Bagel esse weist mich ein Kommilitone (Chris O.) darauf hin, dass ich ihn vorher in der Mikrowelle aufwärmen soll und er dann noch viel leckerer ist. Nach 10 Minuten weiss ich wie man die Mikrowelle bedient und erhitze meinen Bagel. Chris hat recht.
  • Januar 2010 Weil ich des "Chive & Onion" Frischkäses langsam überdrüssig bin (wie auch Hühnchen mit Sesamsauce), probiere ich den "Garden Vegetable" Frischkäse. Trotz der Erwähnung von Gemüse auf der Packung überzeugt er mich.
Trotz dieser rasanten Evolution gibt es immer wieder Tiefschläge: Einmal z.B. ist mir ein Bagel im Büro runtergefallen. Voll auf die Käseseite. Zum Glück war nur der Muensterkäse dreckig, den musste ich dann aber wegschmeissen. Und der Bagel hat danach irgendwie nicht mehr so gut geschmeckt.
Und heute gab es eine kleine Tragödie, die ich in den nächsten Wochen emotional aufarbeiten muss: Als ich bei Dunkin' Donuts einen 6er Pack Bagels für 3$ gekauft habe (die haben da zur Zeit ein Angebot), hat mich die Frau an der Kasse darauf hingewiesen, dass der 6er Pack ab morgen wieder 4,99$ kostet. Beim Verlassen des Ladens ist eine kleine Träne über meine Wange gekullert (ok ich gebe zu beim letzten Satz wurde das Stilmittel der Hyperbel verwendet - aber ich fands wirklich doof!).

Ansonsten: Ich glaube ich sollte doch ein wenig aufpassen wann ich über die Straße gehe.

Freitag, 29. Januar 2010

Morimoto, Netbook & Squash

Gestern war ein ganz normaler Tag:

Mittags bin ich Downtown gefahren, um dort mit 2 Bekannten zu essen. Zur Zeit ist in New York nämlich "Restaurant week", was bedeutet, dass die noblen Restaurants auch ein paar erschwingliche Mahlzeiten anbieten. Wir waren im "Marimoto" (Japanisches Essen). Übersetzt man "marimoto" vom Japanischen ins Englische, offenbart sich die Bedeutung des Wortes: mariomoto. Am Eingang hängt ein roter Vorhang.
Drinnen sieht es ziemlich modern und edel aus, das billige 3 Gänge Menü kostet (mit Steuer & Trinkgeld) ca. 31$, also 23€. Ich habe mich entschieden für
  • Vorspeise: creamy crab croquettes Sehr lecker.
  • Hauptspeise (heisst verwirrenderweise "entrée"?!): beef gyudon Erfreulicherweise eine Portionsgröße, die mich satt gemacht hat! (Und extrem lecker)
  • Dessert (die Wahl fiel mir am schwersten): white chocolate panna cotta Auch sehr gut, aaaber: Auf der konvexen Seite der Laffe des Pannacottalöffels klebte eine grüne Pflanze. Ich habe natürlich sofort den Garçon herbeigerufen um ihn zur Rede zu stellen. Er hat mich aufgeklärt, dass es sich um japanische Minze handelt und ist damit weggelaufen. Nichtmal entschuldigt hat er sich!
Ein edles Restaurant. So edel, dass sogar das Klo edel ist: Der Klodeckel ist beim Betreten der Zelle automatisch aufgegangen und die Armatur bietet weit mehr Knöpfe als meine Kamera. Bedenklich finde ich im Nachhinein die Farbe der Wand UM die Armatur. Aus Angst, dass der Klodeckel einfach wieder zugeht und ich von diesem japanischen Klo aufgegessen werde (wie eine Fliege von einer fleischfressenden Pflanze), habe ich keinen der Knöpfe (mit Ausnahme des "Flush" Knopfes) gedrückt. Bemerkenswertes Detail: Die Klobrille hat sich automatisch aufgeheizt!

Auf dem Weg zurück zur U-Bahn ist mir ein Lastwagen aufgefallen, auf dem "Manhattan Fruit Exchange" stand. Bin ich der einzige, der dabei an "New York Stock Exchange" denkt und das zumindest ein bisschen lustig findet? Vermutlich ja.

Am Nachmittag gabs im Büro dann Grund zur Freude: Das Netbook, das ich mir bestellt hatte, war angekommen! Ein Netbook ist ein recht kleines Notebook, das hauptsächlich zum im Internet surfen da ist. Da mein normales Notebook ziemlich groß und schwer ist und der Akku keine 2 Stunden hält, habe ich mir ein Netbook gekauft, um:
  • Es mal schnell am Abend mit in die Wohnung zu nehmen und einen Film zu gucken oder Musik zu hören oder zu sykpen.
  • Unterwegs irgendwo surfen/bloggen zu können (In den Bussen nach Washington und dem Zug von und nach Montréal gabs gratis Wlan und ich hätte die Zeit zum bloggen verwenden können)
Also im Wesentlichen wollte ich ein kleines, mobiles Gerät. Nachdem es mich bei den aktuellen Umrechnungskursen und den eh schon geringeren Elektronikpreisen in den USA nur 250€ gekostet hat, habe ich zugeschlagen.

Ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel und die erste Verpackungsschicht aufgemacht. Dann habe ich die zweite Verpackungsschicht aufgemacht. Dann dachte ich mir: "Wieso ist das abgebildete Netbook weiß? Ich hatte doch ein dunkelblaues bestellt. Habe ich beim Bestellen überhaupt eine Farbe angegeben?? Ich kann mich nicht daran erinnern, eine Farbe angegeben zu haben!!" Ein bisschen panisch habe ich dann die dritte Verpackungsschicht entfernt. Offensichtlich hatte ich ein rotes Netbook bestellt. Da ich die Farbe gar nicht schlecht finde und als Mahnmal, dass ich nächstes Mal beim Bestellen besser aufpasse, habe ich beschlossen mit dem roten Netbook zufrieden zu sein. Vielleicht schreibe ich irgendwas cooles mit Edding drauf, wie z.B. (Ich überlege ja immernoch, mir den Satz von Stokes tätowieren zu lassen!)

Natürlich habe ich erstmal ein bisschen an meinem neuen Utensil rumgespielt.
Dann, inzwischen war es Abend, habe ich meinen neuen Squashschläger ausgepackt (Anscheinend wird "Attention" ins Deutsche mit "Übersetzung" übersetzt) und bin zum Columbia Fitnesscenter gegangen. Der Eingang zum "Marcellus Hartley Dodge Physical Fitness Center", wie es liebevoll genannt wird, ist praktisch direkt vor dem Physikdepartment (das Gebäude im Hintergrund ist das Physikgebäude!). Das Fitnesscenter ist komplett unterirdisch und dort auf mindestestens 3 Etagen. Es gibt zwei Sporthallen, ein Schwimmbad, eine unterirdische Laufstrecke (1/10 einer Meile, also ca. 150m), viele kleinere Räume (wo z.B. Karate gemacht wird..da läuft man dann auf der Laufstrecke dran vorbei) und Kraftsportgeräte. Wie es sich für eine amerikanischhe Ivy League Universität gehört wird man von Sprüchen an den Wänden motiviert und zum Äußersten getrieben.
Ich habe mich mit einem Berliner aus dem Physikdepartment zum Squash spielen verabredet. Die Squashplätze sind alle an einem Gang, die Eingänge zu den Plätzen ziemlich klein. Ein Squashplatz ist ein Raum, an dem ein paar Markierungen an Wand und Boden sind. Man spielt zu zweit und muss den Ball an die Wand gegenüber vom Eingang schlagen. Der Ball darf aber auch alle anderen Wände berühren, was man ins Spiel einbauen kann. Um die Action und Dramatik, welche von diesem Spiel ausgeht, zu illustrieren, hier ein kurzes Video (ich bin der Kerl ohne Doktortitel):

Ich erkenne im Vergleich keine großen Unterschiede zwischen unserem Spiel und dem von angeblichen Profis, außer dass wir besser zuspielen können und deshalb nicht so viel rumrennen müssen. Das sollten die vielleicht noch ein wenig üben! Squash macht mir ziemlich viel Spaß und ich habe vor, dieses Semester mindestens 1-2 mal die Woche spielen zu gehen (gestern war schon das zweite Mal diese Woche)

Zum Abschluss des Abends habe ich noch ein bisschen an meinem Netbook ruminstalliert/konfiguriert. Heute werde ich mich ein wenig mit Physik beschäftigen.

Sonntag, 24. Januar 2010

Die Schlafsack- & Sockensituation

Als Simon und ich obdachlos wurden haben wir uns Schlafsäcke gekauft. Man würde ja vermuten, jetzt wo wir Betten haben liegt meiner ungenutzt in der Ecke, dem ist aber nicht so: Jede Nacht schlüpfe ich in meinen Superschlafsack, der in einem wunderweichen Bett (gepolstert von den Schlafsäcken von DEPP) auf mich wartet. Es ist nämlich der tollste Schlafsack, in dem ich je schlafen durfte: Egal wie warm oder kalt es ist, der Schlafsack hat angenehme Temperatur! Der Reißverschluss leuchtet im dunkeln! Manchmal am Wochenende stehe ich total spät auf, einfach nur weil mein Schlafsack so bequem ist, dass ich ihn nicht verlassen möchte! Ich glaube ich werde zunehmend exzentrisch.

Doch nicht alles hier ist so schön wie die Schlafsacksituation. Die Sockensituation wird zunehmend zu einem Problem: Ich finde immer mehr Socken mit Löchern in der Fersenregion. Dieser traurige Umstand, zusammen mit meiner T-Shirt Kaufsucht (ich habe seit ich hier bin mindestens 13 T-Shirts gekauft!) führt zu einer Asymmetrie in meinem Kleidungsrepertoire: Heute war ich zum ersten Mal im Waschsalon (Laundromat) und habe nur Unterwäsche gewaschen, weil ich noch mehr als genug saubere T-Shirts habe. Was ich gegen dieses Ungleichgewicht tun kann - ich weiß es nicht.

Hier noch ein aktuelles Bild von meinem Zimmer (ich wohne ja jetzt im großen Zimmer, da Simon und ich am 23. Dezember Zimmer getauscht haben):
Abschlussfrage: Was kosten 6 Ravioli mit Kürbisfüllung?Antwort: 16$ + Steuer & Trinkgeld = 20$

Freitag, 22. Januar 2010

Freitag Abend

Es ist Freitag Abend halb 11 und ich bin im Büro - die Uni hat mich wieder:

Die erste Woche mit Vorlesungen ist um und ich habe mich für folgende Kurse entschieden:
  • Quantenmechanik 2, die Fortführung des QM1 Kurses den ich im ersten Semester gehört habe
  • Quantenfeldtheorie 1 (die Nachfolgevorlesung von Elektrodynamik) - Das sollte ich irgendwann mal können
  • Wichtige Partielle Differentialgleichungen (aus dem angewandte Mathematik-Department), weil ich Mathe vermisse (und keine Ahnung von PDEs habe)
Pünktlich zum neuen Semester habe ich mein Büro saubergekriegt (ich mach jetzt kein Bild, weil es schon wieder unordentlich ist..also zu Beginn des Semesters war es sauber!) und die zwei Postkarten, die ich in den Weihnachtsferien bekommen habe, an meine Wand gehängt: Danke Franzi (Karte rechts unten; Franzi hat im Studentenwohnheim schräg gegenüber von mir gewohnt) & Denise (Karte rechts oben; habe ich auf Franzis Auszugsparty kennengelernt!) !! Alle die sich über das Bild links oben wundern verweise ich auf diesen Blogeintrag.

Ansonsten habe ich mir heute einen Spind im columbiaeigenen Fitnessstudio angemietet (37$ für das Semester, das Fitnessstudio ist praktischerweise ca. 100m vom Physikgebäude entfernt) und mich während meiner ersten 1 stündigen Trainingssession gleich mal von Simon einweisen lassen. Ich weiß jetzt wo Trizeps und Bizeps sind und plane in 2 Monaten folgendermaßen auszusehen (allerdings mit besserem Haarschnitt, weniger grün und weniger wütend):
Jetzt gehts aber bald ab ins Bett, damit ich morgen an meinem ersten QFT Blatt weiterarbeiten kann...Business as usual!

Mittwoch, 20. Januar 2010

Das zweite Semester beginnt..

Gestern, also am Dienstag, hat das zweite Semester begonnen. Die Ferien waren zwar sehr schnell um, aber ich habe, wie mir leider schon aufgefallen ist, alles vergessen, was ich je über Physik wusste.

Um mich von diesem Schock zu erholen (und das Wiederaneignen von Wissen hinauszuzögern) war ich gestern Abend erstmal spontan mit Lily & Simon im Musical "Rock Of Ages". So spontan, dass ich mich beeilen musste: Ich habe ca. 75 Blocks in ca. 20 Minuten geradelt! Und ich wär nur einmal beinahe von 'nem Taxi vom Fahrrad gesägt worden! (wenn ich ehrlich bin war das auf dem Rückweg, wo ich ziemlich langsam war und es ist beim rechts überholen passiert)

In dem Musical, das in LA in den 80ern spielt, geht es um folgendes:
  • Mädchen kommt irgendwo aus dem mittleren Westen nach LA um Schauspielerin zu werden
  • Kerl würde gerne Rockstar sein, arbeitet aber in Kneipe in LA
  • Mädchen und Kerl mögen sich, daraus wird aber irgendwie nichts
  • beide scheitern zunächst mit ihren Träumen
  • Mädchen und Kerl finden zueinander, er wird Rockstar (ob sie Schauspielerin wird weiß ich nicht mehr)
Eine herzergreifende, nie dagewesene Story! Das besondere an dem Musical ist, dass sie Musik aus Rocksongs der 80er besteht. Als Fan und selbsternannter Kenner der Rockmusik der 80er hatte ich hohe Erwartungen. Die Musicalversionen kommen aber meiner Meinung nicht wirklich an die Originale ran. Damit sich jeder sein eigenes Bild machen kann, hier zwei (bzw. drei) Lieder zum Vergleichen:

Whitesnake - Here I Go Again
Extreme - More Than Words & Mr Big - To Be With You
(Da niemand abstimmt und das ganze mit "0 votes" ein bisschen traurig aussieht, habe ich die Abstimmung gelöscht).
Trotz dieser Schwächen war die Show auf jeden Fall unterhaltsam und ich glaube ich bin der Einzige, der mit dem Fahrrad zu Broadwayshows fährt.
Heute gabs dann noch einen kleinen Abstecher zum Columbia Bookstore und dann wurde der Schreibtisch saubergemacht. Beim Aufräumen habe ich mich sogar von so manchem liebgewonnen "Büroutensil" getrennt, wie z.B. meinem roten Luftballon!
Highlight des heutigen Tages: Simon hat mich darauf hingewiesen, dass ich einen riesigen Riss im Schritt meiner (ziemlich schlecht geschnittenen) Jeans habe. Ich hoffe die Stelle nennt man noch Schritt, da ich kein Schneider bin hab' ich keine Ahnung von den Zonen einer Jeans. Um das Loch zu fotografieren habe ich einfach mal meine Hose im Büro halb runtergezogen und reinfotografiert:
Morgen werde ich meinen Stundenplan erstellen, meinen Schreibtisch für das neue Semester vorbereiten und anfagen, mich mit Physik zu beschäftigen.

Achja, noch was zu meinem Boston-Trip: Ich habe heute rausgefunden, warum in Boston (und auf dem Weg nach Boston auf Autobahnbrücken) überall Leute mit "Brown" Schildern waren!

Montag, 18. Januar 2010

Boston, MA

Letztes Wochenende gings nach Boston. Eckdaten des Trips:
  • Teilnehmer: Simon (mein Mitbewohner), Lily (Simons Freundin), Subir (Kommilitone), Divya (Bekannte von Subir), Ju (ich)
  • Zeitraum: Samstag 16.01. morgens bis Sonntag 17.01. abends
  • Fortbewegungsmittel: gemieteter Ford Taurus
  • Ziel: Boston, Massachusetts

Lily hat eine richtig gute Kamera die sie immer dabei hat, deshalb gibt es in diesem Blogeintrag zwei Arten von Bildern:
  • Die, die gut aussehen, sind von Lily.
  • Die, die irgendwie nicht so gut aussehen, sind von mir.
Aber jetzt mal von vorne:
Samstag morgen mussten wir in aller Frühe aufstehen, da wir um 6 Uhr abgeholt werden sollten. Um kurz vor halb 7 hat uns Subir dann bei uns daheim mit dem Mietsauto abgeholt und schon um kurz nach 7 hatten wir die Mädels (die mit dem Auto ca. 5 Minuten wegwohnen) aufgesammelt und konnten losdüsen. Wir sind, vorbei an der George Washington Bridge, durch die Bronx nach Norden gefahren und durften den Sonnenaufgang vom Auto aus genießen. Gefrühstückt wurde unterwegs. Nach ca. 3 Stunden Autofahrt waren wir in Boston, der Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts. Unser erstes Ziel war aber nicht Boston, sondern Cambridge. Cambridge ist im Prinzip ein Stadtteil von Boston, wie man auf der folgenden Karte sieht:Da die Leute in Cambridge aber etwas besonderes sind gehört es nicht zu Boston, sondern ist eine eigene Stadt. Ob das etwas mit der Tatsache, dass Harvard und das MIT (Massachusetts Institute of Technology) dort sind zu tun hat? Unser erstes Ziel war das MIT.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz zur Uni durften wir eine Kreation der lokalen Architekten bestaunen:
Simmons Hall (Studentenwohnheim)
Was man vom MIT vielleicht kennt ist der "infinite corridor", der allerdings nicht unendlich, sondern nur 251 Meter lang ist. Wie man auf dem Foto sieht, war ich sehr enttäuscht. Außerdem gibts da noch den Kuppelbau und diverse Gebäude, auf denen Namen von berühmten Persönlichkeiten der Geschichte stehen (na, auf welches mich verherrlichende Newtonzitat spielen Simon und ich da an?).
Geht man direkt vor dem Kuppelbau über die vierspurige Straße ist man direkt an dem zugefrorenen Fluß, der die beiden Städte Cambridge und Boston trennt. Nach ein paar Fotos dort haben wir uns den Campus noch ein bisschen angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass es am MIT ziemlich viel gibt: Es ist ausgestattet MIT einem Segelpavilion, MIT Bibliotheken, MIT einem Museum und sogar MIT Polizei. Ich möchte mich an dieser Stelle für den letzten Satz entschuldigen.

Zurück im Auto sind wir zu Harvard weitergefahren, natürlich nicht ohne Wert auf die Geschmeidigkeit unserer Hände zu legen (die Luft ist trocken und kalt!). Die Gegend von Harvard ist genauso spannend wie die vom MIT:

JFK School of Government
John Harvard Statue
Interessantes Hintergrundwissen zur Harvard Statue: Auf der Statue steht "John Harvard, Founder, 1638", aaaber:
  • Die Skulptur zeigt nicht John Harvard, da der Typ der sie gemacht hat kein Bild von ihm hatte.
  • John Harvard hat die Uni nicht gegründet sondern ihr "bloß" sein halbes Vermögen und seine Bücher vermacht. Aus Dank haben die Gründer die Uni nach ihm benannt.
  • Die Uni wurde 1636 gegründet.
Das Motto der Harvard University ist übrigens "Veritas". Das ist lateinisch und bedeutet "Wahrheit".
Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit: Harvard Square Parking Garage

Als wir uns auch vom Harvard Campus sattgesehen hatten sind wir zu unserem Motel gefahren. Das Motel war ungefähr 30 Autominuten südlich von Boston in einer kleineren Stadt. Zu Abend gegessen wurde bei "Friendly's" (Gott war mir nach dem "Fribble" schlecht!), anschließend wurde der lokale "Walmart" ausgecheckt. Während ich noch von den Preisen beeindruckt war

(in New York 3,09$)


(in New York 5,44$)


(in New York mindestens 1,29$, meistens 1,59$)

haben Lily und Simon gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Im Motel gings dann ab ins Bett, denn wir hatten geplant am nächsten Tag um 8 Uhr im Auto zu sitzen.

Am nächsten Tag sind wir, nach einem Motelfrühstück (Ahornsirup schmeckt mir nicht), um ca. halb 10 wieder in Richtung Boston aufgebrochen. An unserem zweiten Tag in Boston wollten wir uns Downtown vorknöpfen. Auch an diesem Tag habe ich Wert auf die Geschmeidigkeit meiner Hände gelegt. Unsere Tour hat in "Boston Common", dem Central Park von Boston, angefangen.
Dann sind wir zur Cheers Bar gelaufen: Cheers ist eine US-Fernsehserie gewesen, die sehr erfolgreich war. Sie spielte in einer Bar in Boston und die Cheers Bar war das Vorbild dafür. Ich kannte diese Serie nicht. Die Tatsache, dass sie in einer Bar spielt ist mir suspekt, da sie vermutlich Alkoholmissbrauch und Herumlungern verharmlost. Im Intro, das zahlreiche Leute mit Alkohol zeigt und wohl suggerieren soll dass man seine Sorgen in dieser Bar wegtrinken kann, sieht man ganz am Anfang die Originalbar.
Im Inneren geht man erstmal durch 2 Souvenirshops bis man in einem rechteckigen Raum ist, in dessen Mitte ein Tresen wie in der Serie steht. Ich habe mir einen Boston Cream Pie (7,95$) gegönnt und durfte dabei eine Dauerwerbesendung für den Jack LaLanne Power Juicer genießen. Der Kuchen war echt lecker!!
Nach unserem Abstecher zur dieser historischen Stätte Bostons sind wir weitergelaufen zum Hancock Tower. Der Hancock Tower ist das höchste Gebäude Bostons mit 241m (zum Vergleich: Das Empire State Building misst bis zur Spitze ca. 448m) und vor ihm steht eine Schildkrötenfigur. Weiter gings, vorbei an der lokalen Bibliothek, vor der Skateboarden verboten ist, zum Prudential Tower, dem zweithöchsten Gebäude Bostons (229m; das Ding ganz rechts im Hintergrund wo "Prudential" draufsteht) und dann zurück zum Boston Common, von dort aus startet nämlich der "Freedom Trail". Das ist ein in den Gehsteig eingearbeiteter Pfad, der einen an den historischen Sehenswürdigen vorbeiführt. Er endet bei der "USS Constitution", einem alten Kriegsschiff der USA das wird nicht mehr besichtigen durften, weil wir zu spät waren. Ein paar Bilder vom Trail:
Als wir am Ende angekommen waren wurde es schon dunkel und wir waren ziemlich fertig, also sind wir zurück zum Auto gelaufen und haben die Heimreise angetreten. Dabei gab es einen Abstecher in die Gegend in der Subir mal studiert hat (UMass Dartmouth). Dort haben wir in seinem Lieblingspizzaschuppen zu Abend gegessen. Auf der Heimreise hat es geregnet und wir haben uns im Auto die Zeit mit hitzigen Diskussionen über Gleichberechtigung und so Kram vertrieben. Um 1:30 Uhr nachts waren wir dann zurück im guten alten New York und ich bin hundemüde ins Bett gefallen.


Auch hier wieder ein paar zusammenhangslose Kommentare:
  • In Boston zählen die Ampeln auch runter. Anscheinend nimmt man hier aber zusätzlich an, dass die meisten Leute keine Zahlen lesen können, denn an jeder Ampel ist ein kleiner Lautsprecher, der zusätzlich einen Countdown spricht.
  • In Boston sind die meisten Taxis weiß. Ich vermute, dass das die alten Taxis aus New York sind, die ihre Farbe verloren haben. Ein paar gelbe gibts aber auch.
  • In Boston ist alles ein bisschen edler.
  • Ein wunderschönes Gebäude.
  • In Boston ist der Schnee dreckig.
  • Die Leute vom miT sind sehr lustig.
  • 12345 war wohl schon weg.
  • Benzinpreise in den USA: Nimmt man als Beispiel das Premiumbenzin (die Preise sind pro Gallone, eine US Galone sind ca. 3,8 Liter) mit 2,899 $/Gallone und rechnet das auf €/Liter um, kommen beim heutigen Dollarkurs ca. 0,537 €/Liter raus.