Donnerstag, 31. Dezember 2009

Dienstag & Mittwoch

Es ist kalt geworden in New York City. Kalt und windig. So kalt und windig, dass wir am Dienstag um dem Wetter zu entfliehen in SoHo (South of Houston Street; Nördlich von Houston Street fangen die durchnummerierten Straßen an) shoppen gegangen sind (irgendwie wollte keiner ins Museum):

Eve freut sich über den Namen des gelben Ladens hinter ihr
praktische Dinge die man in einer Drogerie kaufen kann. Endlich können wir rausfinden, ob Peters Nase wirklich nur wegen Schnupfen läuft!
Der Laden in dem wir die meiste Zeit verbracht haben (ca. 2 Stunden): "Yellow Rat Bastard"
Fundstück aus dem zweiten Laden ("Urban Outfitters"), den wir mit unserer Anwesenheit beehrt haben
Ich mit meinen Einkäufen - Nach diesem Foto wurden wir gebeten, das Fotografieren im Laden zu unterlassen
Man würde ja erwarten, dass Frauen beim Einkaufen mehr ausgeben. Bei uns sah die Bilanz nach 3-4 Stunden shoppen ein wenig anders aus:
  • Ausgaben Mädels: ca. 26$
  • Ausgaben Jungs: ca. 600$
Der Fairniss halber muss man sagen, dass wir doppelt so viele waren. Aber selbst in den Ausgaben pro Kopf schlagen wir die Mädels locker. Sie waren ein bisschen frustriert, dass sie nichts so tolles wie wir gefunden haben: Ich habe mir mein erstes Paar Original Levi's Jeans gekauft und mich mit meinen neuen T-Shirts von meinem üblichen Kleidungsstil (einfarbige T-Shirts auf denen keinerlei Motive sind) gelöst. Mit den hippen Motiven, die meine neuen Shirts schmücken, gehöre ich nun definitiv zur oberen Kaste der Fashion-Welt und komme bestimmt in jeden Club in Manhattan:

Who you gonna call? Ein zeitloser Klassiker der im Physikdepartment sicher gut ankommt.
Star Wars: Dabei hab' ich nichtmal alle Filme gesehen. Sicherlich auch ein Komplimentmagnet im Physikdepartment.
1 - Uptown & The Bronx: Meine U-Bahn Linie! Peter & Peter haben sich dasselbe gekauft. Vielleicht tragen wir unsere Shirts eines Tages alle zugleich und sehen dann aus wie drei Menschen, die an der Linie 1 wohnen.
Irgendwie wirken alle T-Shirts ein wenig breit. Eventuell hätte ich sie vor dem Kauf anprobieren sollen. Aber da wachse ich schon noch rein!

Nach einem eher mittelmäßigen Abendessen (wir haben zu wenig Trinkgeld gegeben und sind gleich abgehauen, bevor sie das Trinkgeld nachzählen konnten: In den USA lässt man das Trinkgeld am Ende auf dem Tisch liegen und muss einen gewissen Mindestsatz, ca. 16% der Rechnung, geben) mit anschließendem Souvenir-shopping in Chinatown gings noch in einen Blues & Jazz Club im Greenwich Village. Dort spielte zuerst eine Jazzband und dann eine Bluesband. Dank dem "Alfonsos" an der Münchner Freiheit bin ich aber inzwischen besseres gewohnt als das, was uns hier präsentiert wurde.


Am Mittwoch mussten wir früh aufstehen: Wir wollten uns Karten für ein Musical kaufen. Karten für Musicals sind sauteuer (bisher habe ich sie mir immer billiger über die Uni besorgt, da bekommt man aber nur für bestimmte Vorstellungen, von denen keine während der Ferien ist, Karten), deshalb gibts den "tdf" (Theatre Development Fund): Die haben in New York 3 Verkaufsstände, wo man verbilligte Tickets für Musicals für denselben Tag bekommt. Für jedes Stück gibt es nur begrenzt Karten und wenn sie weg sind sind sie weg, deshalb muss man früh da sein. Wir haben uns früh genug angestellt und waren in der Schlange relativ weit vorne.
Blick nach hinten:Blick nach vorne:Es gibt dort nur Karten für bestimmte Musicals von denen wir die meisten nicht kannten. Nachdem sich unsere erste Wahl, "Hair", als zu teuer herausgestellt hatte (112$ pro Karte - mit Rabatt!) und die Hälfte "Shrek - Das Musical" nicht sehen wollte haben wir uns für "Avenue Q" (läppische 76,5$) entschieden, weil ich glaubte von irgendwem irgendwann gehört zu haben, dass das gut wäre. Worum es in dem Musical geht oder was für eine Art Musik da drin vorkommt wusste keiner von uns und wir haben beschlossen, es nicht vor der Vorstellung herauszufinden.

Nach einer kurzen Aufwärmpause gings über die Brooklyn Bridge (die Brücke auf dem letzten Bild ist die Manhattan Bridge und das hohe Gebäude ist das Empire State Building) nach Brooklyn, wo man uns gleich herzlich begrüsst hat. Den Zeugen Jehovas scheinen in Brooklyn übrigens einige Gebäude in der Nähe der Brooklyn Bridge zu gehören.
Wir sind natürlich nach Brooklyn gelaufen um Manhattan zu sehen: Zwischen Brooklyn & Manhattan Bridge gibt es einen kleinen Park, von dem aus man schön Fotos machen kann.

Empire State Building hinter Brückenpfeiler von Manhattan Bridge
Manhattan Bridge neben Hauswand
Lower Manhattan hinter Zweigen
Touristen vor Manhattan Bridge (die hinter einem Zweig ist)
Keine Touristen vor Manhattan Bridge
Williamsburg Bridge hinter Zweigen
vorne rechts Pfeiler von Manhattan Bridge, dahinter Brooklyn Bridge, dahinter Lower Manhattan

Wir vor Brooklyn Bridge & Lower Manhattan
Indiz dafür, dass die Fische im East River nicht ganz so gesund leben

Nachdem wir unsere Fotos geschossen hatten sind wir mit der U-Bahn zurück nach Manhattan gefahren - zum Grand Central Terminal (42st St & Park Ave; Wieso gibts im Münchner Hauptbahnhof keine riesige Deutschlandfahne haben wir uns gefragt), von wo aus wir zum UN Hauptquartier gelaufen sind. Wie ich schon in einem früheren Blogeintrag erwähnt habe befindet sich in der Nähe die deutsche Botschaft, auf der majestätisch und schon von weitem sichtbar die deutsche Fahne weht:
Nach einem kurzen Abendessen in einem edlen Restaurant gings dann zum Theater. Das erste was wir von unserem Musical "Avenue Q" gesehen haben war dieses Plakat: Wir haben daraus völlig logisch geschlossen: Die Sesamstraße ist mit Puppen, Avenue Q ist eine Straße in Brooklyn => Das Musical ist irgendwie sowas wie Sesamstraße als Musical und spielt in New York (das stimmte tatsächlich). Daraufhin hat sich die Laune mancher Leute rapide verschlechtert. Das Musical war nicht spitzenklasse, aber doch recht unterhaltsam: Es ging um das Finden seiner "Bestimmung im Leben" und Erwachsenwerden, das Übliche halt. Meine Rezension: Am Anfang wurde eine schöne Geschichte aufgebaut aus der man einiges hätte machen können, das Ganze wurde dann aber eher flach beendet und an vielen Stellen waren eher flache Witze, wo man tiefsinnigere Komik hätte verwenden können. Cool war jedoch, dass die Darsteller richtig gut mit den Handpuppen gespielt haben. Wir und das Mädel hinter uns grinsen in die Kamera:
Highlights (auf den Liednamen für Youtube-video klicken):

  • "It sucks to be me" Das erste Lied, in dem Video sieht man wies mit den Handpuppen abging. Ein Eröffnungslied das sogleich die Identifikation mit den Protagonisten erlaubt.
  • "Schadenfreude" In diesem Lied wird meine wunderschöne Muttersprache (Deutsch) erwähnt (1:00-1:18). "Schadenfreude" ist übrigens wirklich ein englisches Wort und bedeutet ins Deutsche übersetzt "Schadenfreude". (Text hier)
  • "The Internet is for porn" Ich persönlich nutze das Internet natürlich ausschließlich um mir naturwissenschaftliche Fachliteratur zu beschaffen. Angeblich solls da aber auch wirklich pornografische Inhalte geben. Ich weiß nichts davon.
Hier hat jemand den kompletten Soundtrack hochgeladen, falls ihn sich jemand anhören möchte. Da wir mit der Vorstellung zufrieden waren haben wir uns noch alle vor einem "Avenue Q" Poster ablichten lassen und sind dann heimgefahren. Ich habe außerdem noch von Markus (der von mir wie DEPP auch eine Tasse und ein T-Shirt bekommen hat) eine "Avenue Q" Handpuppe als Weihnachtsgeschenk bekommen, die sich vermutlich zu meinem besten Freund entwickeln wird.

Achja: Meine Brille ist wieder gesund! Endlich kein rotes Gummiband mehr im Sichtfeld. Ich will hier ja keine Werbung machen, aber der Service bei Fielmann ist erste Sahne...Wenn ich mein Leben nochmal leben könnte - ich glaube ich würde meine Brillen von Anfang an bei Fielmann kaufen.

Und nochwas: Simon hat zur Zeit Besuch von 'nem Kumpel und von heute auf morgen übernachten zwei Franzosen bei uns (die hat auch der Simon angeschleppt), d.h. heute schlafen 10 Leute in unserer Wohnung. Volles Haus.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Sonntag & Montag

Sonntag

Sonntag standen an:
  • Lower Manhattan
  • Empire State Building
  • Columbia University

Beim Verlassen der Wohnung haben wir natürlich wieder den Müll entsorgt. Peters Laune wurde dann jedoch getrübt, weil er feststellen musste, dass Doris ein Eselsohr in seine Stadtkarte gemacht hatte. Als wir an der U-Bahn Station Wall Street ankamen, war er aber wieder besser drauf. Wir sind erstmal zum South Street Seaport gegangen, um von dort aus Lower Manhattan und die Brooklyn Bridge zu bewundern. Dann sind wir weiter gelaufen zu Ground Zero, der New Yorker Börse und vorbei am Wall-Street-Bullen zum Battery Park, um dort einen Blick auf die Freiheitsstatue zu erhaschen.
Nach diesem Spaziergang sind wir mit der U-Bahn zur 34sten Straße, weil wir rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf dem Empire State Building sein wollten. Wie man am Wall-Street-Bullen-Bild schon erkannt hat, sind zur Zeit viele Touristen in Manhattan. Eine Chronologie unseres Besuchs:

  • 14:39 Uhr Wir stehen am Ende der Schlange. Das Empire State Building erscheint uns ziemlich hoch.
  • 15:05 Uhr Wir sind im Empire State Building. Lang kanns jetzt nicht mehr dauern!
  • 15:23 Uhr Da wir unsere Tickets im Vorverkauf erstanden haben, dürfen wir uns am Security-Checkpoint vordrängeln und an der Kartenkaufschlange vorbei. Ein Blick nach hinten: Ein Blick nach vorne:
  • 15:44 Uhr Wir sind am Ende dieser Schlange. Lang kanns jetzt nicht mehr dauern!
  • 15:49 Uhr Wir gehen um die Ecke und finden uns am Ende einer Schlange wieder.
  • 16:04 Uhr Wir sind am Aufzug! Der Typ rechts verlässt das Empire State Building gerade und grinst uns wissend an.
  • 16:05 Uhr Wir sind im Aufzug und fahren zum 80sten Stock. Das Aussichtsdeck ist auf dem 86sten Stock, vom 80sten Stock fährt da angeblich noch ein Aufzug. Werden wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang (ca. 16:30 Uhr) oben sein? Lang kanns jetzt ja nicht mehr dauern!
  • 16:06 Uhr Wir befinden uns am Ende einer Schlange. Der Typ vorne im Bild bekommt wohl bald eine Glatze.
  • 16:09 Uhr Doris stellt fest, dass im 80sten Stock Milchglasfenster eingebaut sind, damit niemand die Aussicht genießen kann. Peter amüsiert dieser Umstand.
  • 16:17 Uhr Uns wurde gesagt, dass man nicht anstehen muss wenn man die letzten 6 Stockwerke zu Fuß geht. Wir gehen zu Fuß.
  • 16:19 Uhr Wir sind oben! In weniger als 2 Stunden!
Fotos von dort:

Freiheitstatue
Häuser
Ich vor Downtown

Richtung Uptown:
hellweniger hell
dunkel

Richtung Downtown:
hellweniger hell(fast) dunkel

Dann, um ca. 17:30 Uhr, wollten wir wieder runter. Was bedeutet das? Schlange! Als wir um 17:57 Uhr draußen waren, haben wir das Ende der Schlange aufgesucht (das noch ungefähr da war wo wir uns angestellt hatten) und uns nochmal dort fotografiert: Der Typ rechts von Peter sieht nicht so glücklich aus.

Dann gings Uptown, Abendessen (Pistazien Milchshake ist echt lecker) und dann hab' ich DEPPM (M steht für Markus und ist am Ende, weil er als letzter gekommen ist) den Columbia Campus gezeigt:

Kerl der seiner Freundin gerade einen Heiratsantrag gemacht hat macht verwackeltes Bild von uns (sie hat ja gesagt und hat auch ein verwackeltes Bild von uns gemacht)
Wir vor der Alma Mater
Die Mädels in meinem Büro. Sie haben das Motivationsbild entdeckt, das ich am ersten Tag in meinem Büro aufgehängt habe. Das war mir ein wenig unangenehm.
Allen hat die Uni gefallen.

Nach der Besichtigungstour habe ich sie noch zum Hudson River geschleppt und dann gings ab ins Bett, denn wir mussten am Montag früh raus...

Montag

Montag gabs einen Tagesausflug nach Washington DC. Der Bus fuhr um 6:40 Uhr. Also waren wir um 5:45 Uhr in der U-Bahn und standen um 6:19 Uhr in der Schlange an der Penn Station. Nach ein wenig mehr als 4 Stunden Busfahrt waren wir dann in Washington und sind erstmal, vorbei am Enrique Iglesias Konferenzzentrum, zum weißen Haus gelaufen.

Doris Selbstportrait vor dem weißen Haus
Wir alle vor dem weißen Haus
Kanonen vor dem weißen Haus
Doris & Eve vor der Rückseite des weißen Hauses
Frau die ganz laut "Sackgesicht" zu irgendwem hinter dem weißen Haus gesagt hat

Weiter gings zum Lincoln Memorial

Anschließend haben wir das Pentagon gesucht. Dazu wollten wir über eine Brücke hinter dem Lincoln Memorial laufen. Doris konnte sie hier noch nicht sehen, wer findet sie? Nach einer halben Stunde des Entlanglaufens an einer Schnellstraße haben wir das Pentagon als Gebäude hinter Mülltonen an der Schnellstraße erkannt und ein menschliches Fünfeck davor gebildet. Dann sind wir eine halbe Stunde zurückgelaufen und, vorbei an diesem langen Teich, in dem mindestens eine 1 Cent Münze liegt und neben dem als wir da waren mindestens ein Eichhörnchen war, zum Washington Monument:

Danach gings noch zum Kapitol und dann sind wir, schön durchgefroren, in ein eher nobles Restaurant gegangen bei dem wir eher unfreundlichen bedient wurden (weil wir wohl eher weniger als der durchschnittliche Gast ausgegeben haben). Das wars dann auch schon mit unserem Tagesausflug. Ein Bus hat uns zurück nach New York gebracht.

Ich habe letzte Nacht (also von Sonntag auf Montag) ca. 4 Stunden geschlafen und bin jetzt seit ein wenig mehr als 23 Stunden wach. Mein Wecker klingelt in 6,5 Stunden. Ich gehe jetzt schlafen.