Montag, 17. Mai 2010
Nachdem ich ausgeschlafen hatte war ich so gegen halb 2 Uhr nachmittags in Midtown.
Genauer war ich im UN Gebäude,
wo ich mir eine Karte für die Führung um 4 Uhr nachmittag gekauft habe. Während der Wartezeit bin ich mit der U-Bahn zum Prospect Park gefahren.
Dieser wurde vom selben Typ entworfen, der auch den Central Park entworfen hat (Frederick Law Olmsted). Er hat wohl mal gesagt, dass er den Prospect Park besser findet als den Central Park, deshalb wollte ich ihn sehen. Leider war ich so schlecht in der Zeit (man fährt eine ganze Weile dahin), dass ich nur das Grand Army Plaza
am Nordende des Parks anschauen konnte und einen kurzen Blick auf einen kleinen Teil des Parks selbst werfen konnte. Der war schön. 

Sehr hügelig.Nachdem ich den Park ca. 4 Minuten von einer Bank aus genossen hatte, bin ich wieder 30 Minuten zurückgefahren (die Hinfahrt hatte etwas länger gedauert, weil mir die optimale Umsteigestrategie erst unterwegs aufgefallen war).
Highlight der Rückfahrt: Ein Insekt hat den New Yorkern Angst eingejagt!
Der Waggon in dem das passiert ist war mit Werbung für Tiersendungen gepflastert.
Das fand ich lustig.Als ich am Grand Central Terminal ausgestiegen bin, ist mir Werbung für das Graybar Building aufgefallen.
Auch diesen Namen fand ich lustig. Ich bin zurück zum UN Hauptquartier gelaufen,
und weil ich noch Zeit hatte habe ich mir an einer Straßenecke 3 Bananen für 1$ gekauft. Da man kein Essen mit ins Gebäude nehmen darf
habe ich alle drei Bananen vorm UN Hauptquartier verspeist
und dabei eine Gruppe asiatischer Touristen mit massig Kameras beobachtet.
Während ich so dasaß und mich selbst an die Affen, die ich am Sonntag im Zoo gesehen hatte, erinnert habe,
hat mich eine Malaysierin angesprochen, ob sie mein Handy kurz benutzen kann. Wir sind ins Gespräch gekommen und es hat sich herausgestellt, dass sie sich für 3 Tage die Stadt anschaut und in Vancouver Austauschsstudentin war. Alles was sie an diesem Tag bisher gemacht hatte war am Times Square aussteigen und von da aus nach Osten laufen.
Da sie mir ein wenig leid getan hat (sie hatte nur 3 Tage in New York und irgendwie keine Ahnung) und ich ein Herz aus purem Gold habe, habe ich mein UN Ticket auf die 16:15 Uhr Tour umschreiben lassen, die sie auch hatte, um ihr danach eine kleine New-York-Führung zu geben. Die UN-Führung war interessant, aber irgendwie hat die Führerin so schnell geredet, dass man sich nicht viel merken konnte. Auf diesem Bild hier sieht man schön wie dynamisch die Frau war:
Sie hat ihre Hand so schnell bewegt, dass nichtmal meine Kamera mitkam.Highlight war natürlich die "General Assembly",
ansonsten ist mir der Name Picasso auch hier begegnet
(dieses Bild ist von einem seiner Schüler) und eine E-Gitarre gabs auch zu sehen.
Im Eingangsbereich stehen überall Geschenke an die UN von verschiedenen Ländern rum. Für diese Elfenbeinschnitzerei
mussten 4 chinesische Elefanten ihr Leben lassen. Ansonsten gibts zum UN Hauptquartier eigentlich nichts mehr zu sagen.Die Tour die ich im Anschluss gegeben habe ging 5th Avenue - Central Park - Strawberry Fields - Columbus Circle,
dann wollte mein Schützling sich noch die Columbia University anschauen und wir haben zusammen bei Tom's Pistazienshake getrunken. 
Im Anschluss bin ich mit Simon in die 27ste Straße geradelt. Dort haben wir uns auf einer Rooftop-Bar mit Lilys Schwestern getroffen. In der Rooftop-Bar waren die Preise hoch
und die Aussicht gut,
der Service aber ziemlich schlecht: Als nach 5 Minuten niemand gekommen war um uns zu fragen, was wir trinken wollen, bin ich zur Bar gegangen um mir eine Cola zu kaufen. Obwohl ich explizit Cola ohne Eis bestellt hatte, bekam ich eine Cola mit Eis. Als ich zu unserem Platz zurückkam sagte Simon, die Bedienung hätte sich bei ihm beschwert wir sollen nicht an der Bar bestellen. Dann hat es ca. 20-25 Minuten gedauert (!) bis sie kam um Simons Bestellung aufzunehmen. Ich hatte währenddessen ausgetrunken und mir auch noch was bestellt. Als sie zurückkam schien sie ziemlich genervt, dass wir ihr die Getränke nicht sofort aus der Hand gerissen haben und sie sie hinstellen musste und als ich gefragt habe ob wir sofort bei ihr zahlen können meinte sie ja und während ich meinen Geldbeutel rausgeholt habe hat sich umgedreht und ist weggegangen. Als ich sie dann zurückgewunken habe und gezahlt habe, habe ich kein Trinkgeld gegeben. Sie hat mich darauf hingewiesen, dass bei den Preisen das Trinkgeld nicht inbegriffen wäre. Ich sagte, dass mir das klar sei und ich mit dem Service nicht zufrieden war. Als sie fragte warum, habe ich ihr meine drei Kritikpunkte vorgebracht. Alle Nachbartische haben hergeschaut, ich bereue nichts und stehe zu meiner Kritik! Die Bedienung jedoch mochte mich danach irgendwie nicht mehr. Dies war das erste Mal, dass ich kein Trinkgeld gegeben habe.Dienstag, 18. Mai 2010
Wir sind früh ins Bett (so um 1), denn am nächsten Tag war das "Commencement". Das ist eine große Zeremonie auf dem Campus, auf der die Dekane der einzelnen Fakultäten sagen wie toll ihre Studenten sind. Es hat geregnet und ich kam ziemlich spät, weshalb ich weit hinten saß.
Von meinem Platz aus konnte ich die Zeremonie auf einem Bildschirm verfolgen:
Das schönste war der Schluss. Da kam nämlich das "Oh Columbia" Lied. Und wie geht das? Man höre selbst:Fast hätte ich mitgesungen!
Am Nachmittag haben wir uns dann mit Tanya, einer alten Freundin von uns, getroffen
und sind dann nach Hause geradelt, um mit Lilys Familie zu Abend zu essen.
Anschließend hat Simon gepackt: Zuerst zu Hause,
dann in der Uni.
Wie er alles in seine Koffer gekriegt hat ist mir nicht klar. Er hat bei Lily übernachtet und ist heute nach Kalifornien geflogen. Tschüss Simon!Mittwoch, 19. Mai 2010
Heute morgen ist auch Lilys Familie ausgezogen.
Tschüss Lilys Familie! Simon hatte ihnen gestern Abend wohl noch mein Handtuch geschenkt, sodass ich mich nach dem Duschen mit dem kleinen Handtuch, das wir für die Hände benutzen, abtrocknen musste. Danke Simon. Er hat ca. eine Woche altes Essen vom "All Happiness" im Kühlschrank zurückgelassen, das ich wegschmeissen musste.
Danke Simon. Auch seine Süßigkeiten hat er nicht mitgenommen.
Die habe ich dann gegessen. Auch dafür danke, Simon.Da ich mein Fahrrad heute um halb 2 verkaufen wollte, habe ich es gestern ein bisschen in den Regen gestellt, damit es sauber wird. Da ich ziemlich dumm bin habe ich keine Plastiktüte über den Sattel und musste ihn deshalb heute über eine halbe Stunde föhnen.
Als mein Sattel trocken war bin ich in die Uni geradelt, wo mir Simon noch ein paar Dinge auf meinen (Computer)Schreibtisch gelegt hat.
Über manche habe ich mich gefreut
(diesen Keks gabs dafür, dass Simon meine Wochenkarte benutzen durfte), bei manchen habe ich mich gefragt ob das versteckte Anspielungen sind.
Danke Simon (Nach eigenen Tests finde ich Simons Deo ziemlich gut und habe ihm das auch mal gesagt. Ich denke deshalb, dass es wirklich ein nett gemeintes Geschenk war und habe mich tatsächlich darüber gefreut). Ich habe den Keks verspeist und mein Fahrrad einem Typ mit Tattoos aus Brooklyn verkauft.
Tschüss Fahrrad. Und weg ist es.
Ich hatte keine Zeit um lange zu trauern, denn ich musste die Wohnung räumen. Also bin ich mit der U-Bahn zurück zur Wohnung gefahren und habe dabei noch die frisch gewaschene Bettwäsche aus dem Laundromat mitgenommen.
Tschüss Laundromat! Daheim habe ich dann noch ein paar Dinge weggschmissen und alles was ich noch in der Wohnung hatte zusammengepackt.


Letztes Foto von der Wohnung:
Hier sperre ich die Wohnung ein letztes Mal zu.
Ich habe den Schlüssel in den Briefkasten geworfen.
Tschüss Wohnung!Hallo. Mein Name ist Julian und ich bin einer von ca. 100 000 obdachlosen New Yorkern.

Nachdem ich mit dem Bus zurück zur Uni gefahren war ist mir eingefallen, dass ich das Fenster in der Wohnung nicht zugemacht habe. Ich habe meinen Squashschläger für 20$ an einen Kommilitonen verkauft

und bin dann mit Subir nach Midtown gefahren,
um lecker (und teuer, 77$) indisch zu essen.Bis zu meinem Heimflug werde ich bei Tanya wohnen, die mir ein eigenes Zimmer in ihrer WG angeboten hat. Das ist mir, als ich die letzte Woche in meiner eigenen Wohnung hatte, deshalb freue ich mich sehr darauf. Heute fahre ich dort nur mit meinem Rucksack hin, morgen werde ich in der Uni meine Sachen aussortieren und dann gucken wir weiter.