Montag, 24. Mai 2010

In the heights, leaving New York & Downtown Aichach

Mittwoch, 19. Mai 2010 (Abend)

Als ich am Abend bei Tanya ankam (sie wohnt in den Washington Heights, wo das Columbia-Krankenhaus ist. Sie ist eine australische Ärztin) gabs erstmal Alkohol und Pistazieneiscreme. Mein Zimmer ist als luxuriös zu bezeichnen, es hatte sogar Blick auf den Hudson River! (Bilder sind vom nächsten Tag, als es wieder hell war)

Donnerstag, 20. Mai 2010

Simon und ich waren am Montag und Dienstag schon bei der Verwaltung der Graduate School of Arts & Sciences, um uns bei unserem Kontaktmann dort zu bedanken. Leider war er nicht da, und so bin ich am Donnerstag alleine hingegangen. Das ist Robert Furno, unsere persönliche Fee in der Verwaltung! Er hatte unsere Bewerbung damals bekommen und hat sich das ganze Jahr super um uns gekümmert. Immer wenn wir Probleme hatten, sind wir einfach ohne Termin bei der Verwaltung aufgekreuzt und haben uns als "the german exchange students" ankündigen lassen. Er war es auch, der uns die Columbia-Versicherung organisiert hat! Nachdem ich mich von ihm verabschiedet hatte war ich nochmal mit Mike & Subir (wer kein Bild von ihnen im Kopf hat, siehe weiter unten) in Tom's Restaurant, um einen letzten Burger dort zu verspeisen und nochmal ein Pistazienshake zu genießen. Traurig, oder? Ich habe die Bedienung gefragt wie das Shake gemacht wird und sie meinte man müsse nur Pistazieneis, Milch, Vanillepulver und Pistazien in einen Mixer tun. Meine Freunde in München werden in Zukunft wohl nicht nur mit den berühmten Kapplerschen gebrannten Mandeln, sondern auch mit Pistazienshakes verwöhnt.

Frisch gestärkt bin ich zur Ticket Lottery vom Musical "In The Heights" gegangen. Das funktioniert so: Man kommt zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr ans Theater und schreibt seinen Namen auf einen Zettel, den man in einen Plastikeimer schmeisst. Um 18 Uhr werden dann 11 Zettel gezogen und die gezogenen dürfen jeweils 2 Tickets in der ersten Reihe zum Preis von 26,50$ pro Ticket kaufen. (wer sieht den Plastikeimer?) Ich wurde als letzter gezogen und durfte deshalb, nach einem Spaziergang im Park, "In The Heights" von der ersten Reihe aus genießen. Da ich zwei Tickets hatte, habe ich Tanya eingeladen. Einerseits um mich für die Gastfreundschaft zu bedanken, anderseits weil sie am Samstag Geburtstag hatte und ich mich dann um kein Geschenk mehr zu kümmern brauchte. Und so sieht es aus, wenn man in der ersten Reihe sitzt: Die Brücke ist die George Washington Bridge, denn "In The Heights" spielt in den Washington Heights. Das ist genau dort, wo Tanya wohnt! Das Musical war cool, mein erstes Musical in dem gerappt wurde. Und der Hauptdarsteller ("Usnavy", ein Einwanderer benannt nach einem amerikanischen Schiff) hat auch in High School Musical mitgespielt!

Freitag, 21. Mai 2010

Freitags habe ich mir endlich eingestanden, dass ich nicht alles in einen Koffer kriegen werde. Deshalb bin ich zur Ecke 125ste & Lenox Ave gelaufen, wo Simon und ich die ersten beiden Wochen gewohnt haben. Im Marshalls, wo ich meine Yankees T-Shirts damals gekauft hatte, gibt es nämlich auch haufenweise Koffer. Nach einer Stunde habe ich mich für diesen wunderhübschen Koffer (nennt man das überhaupt Koffer?) entschieden. Nach einer weiteren Runde Tschüss-sagen (Die Teaching Assistants von Electromagnetic Theory & QFT1; rechts Ali, mit dem ich Fussball gespielt habe. die Verwaltung vom Physikdepartment) habe ich im Zuge einer letzten kleinen Einkaufstour nochmal in Chinatown vorbeigeschaut und mir auf dem Heimweg ein Hotdog in der 72sten Straße gekauft (der Laden wurde mir von den Leuten in der Verwaltung empfohlen). Am Abend habe ich Fotos mit Lily ausgetauscht. Lily hat sich dabei mit Diedi (einer Physik-Doktorandin) angefreundet. Als ich so um halb 2 Uhr nachts heimkam konnte ich gleich noch mit Tanya auf ihren Geburtstag anstoßen.
Samstag, 22. Mai 2010

An meinem letzten ganzen Tag in New York war ich zuerst auf Tanyas Geburtstagspicknick im Central Park, dann bin ich noch ein bisschen durchs Met gestreift und habe mir die Stadt ein letztes Mal von weiter oben angeguckt (Empire State Building).
Sonntag, 23. Mai 2010 - Montag, 24. Mai 2010

( hier der Song zum nächsten Abschnitt)

Sonntag Mittag habe ich verzweifelt versucht, mein Gepäck in die zwei Koffer zu bringen (Am Ende mit Erfolg). Unglaublich, dass ich bis vor kurzem dachte, ich würde alles in einen Koffer quetschen können! So klein kriegt man übrigens einen Schlafsack: Meine Flaggen habe ich - als Zeichen der Deutsch-Chinesischen Freundschaft - an Hantao weitergegeben und als ich mit Packen fertig war (so um 13 Uhr) wurde ich von Mike & Subir zum Flughafen eskortiert:
Tschüss Schreibtisch
Tschüss Physikgebäude
Tschüss Broadway
Tschüss U-Bahn
Tschüss Manhattan Skyline (siehe hinten links) und hallo Flugzeuge

Tschüss Mike & Subir! Ich fand es echt nett, dass die beiden über eine Stunde mit mir zum Flughafen gefahren sind, nur um mich zu verabschieden! Überhaupt waren alle Leute die ich hier kennengelernt habe total nett, und wann immer ich jetzt nach New York zurückkomme werde ich umsonst bei irgendjemandem unterkommen können.

Beim Einchecken hatte ich Glück: Meine Koffer wogen 23,5 kg und 25 kg. Eigentlich hätte ich deshalb 50$ draufzahlen müssen (Maximalgewicht ist 23kg), die nette Frau beim Check-In hat meine Koffer aber so angenommen.Im Flughafen kosten die "I love New York" T-Shirts etwas mehr als in Chinatown. Im Flugzeug selbst wurde mir dank meiner umfassenden Vorbereitung nicht langweilig: Ich habe mir extra ein Gamepad gekauft! Auf dem Weg nach Düsseldorf (wo ich umsteigen musste) habe ich deshalb Zelda & Tetris gespielt. Sehr unterhaltsam! In Düsseldorf hatte ich dann zum ersten Mal seit 9 Monaten wieder deutschen Boden unter den Füßen. Es war ungewohnt, dass alle Deutsch sprechen und man Leute an Schaltern und Läden auf deutsch anredet. Das erste, was ich von Deutschland gesehen habe, war eine Baustelle. Diese kam mir so Deutsch (aufgeräumt und so, also zumindest im Vergleich zu New York) vor, dass ich gerührt war! Während ich auf meinen Anschlussflug gewartet habe, habe ich mein altes Geld (links) im Geldbeutel gegen mein noch älteres Geld (rechts) ausgetauscht. So wie ich damals die Dollarscheine komisch und ungewohnt fand, kamen mir die Euroscheine diesmal wie Spielgeld vor. So klein und bunt!
Ansonsten habe ich mich während des wartens noch anderweitig sinnvoll beschäftigt. Um 10:20 Uhr gings dann weiter nach München, (wie man auf der Karte sieht, scheint es eine Stadt zu geben, die nach der Amsterdam Avenue benannt ist) wo mich meine Eltern empfangen haben (sie haben bessere Fotos auf ihrer Kamera). Hallo Eltern! Auf dem Heimweg gabs zum ersten Mal seit langem wieder richtige Natur. Schön anzusehen, nachdem man 9 Monate in Manhattan gelebt hat.

Die Skyline von Aichach (rechts Aichach jail, links Aichach church)
Die Skyline von Unterwittelsbach
Spargelständ - das lokale Äquivalent zu den Hot Dog Ständen an New Yorks Straßenecken. (fotografiert in Uptown Unterwittelsbach, wo man auf die B300 fährt)
Hier noch eine Karte von Unterwittelsbach

Meine Eltern haben extra für meine Ankunft eine bayerische Flagge aufgehängt und ein herzförmiges Willkommensschild an der Haustür befestigt. Voll nett!

Hallo Garten
Hallo Kinderzimmer! Gottseidank noch genauso unaufgeräumt, wie ich es verlassen habe.
Ausblick aus meinem Zimmer
Hallo Wohnzimmer
Hallo Esszimmer
Hallo Terrasse

Nach meiner Ankunft gabs eine Leberkässemmel, gefolgt von Tiramisu. Mit dabei: bayerische Servietten. Nachdem ich mich gestärkt hatte, habe ich mich aufs Fahrrad geschwungen und mir die hood angeschaut:

Aichach city line
Uptown Aichach ("Aichach Nord")
Der Broadway von Aichach
Downtown Aichach, city hall
Aichach Grand Central Terminal (2 Gleise)

Graffiti
Meine ehemalige Schule
Aichach General Hospital
Kerl der bei Rot an der Ampel wartet obwohl nichts kommt(ich habe mich nicht getraut drüberzufahren)

big-ass shop (naja)

Nach ca. 45 Minuten hatte ich alles gesehen und bin zurück nach Unterwittelsbach geradelt. Ich hatte Aichach größer in Erinnerung. Das ist die Straße in der ich wohne (man beachte, dass der Teer endet und die Straße zum Feldweg wird). Nach meiner Rückkehr habe ich meinen Schlafsack gewaschen (nach 9 Monaten Dauerbenutzung war es an der Zeit ihn zu waschen, fand' ich), Semmelknödel mit Pilzen gegessen und habe mich dann, um ca. 19 Uhr Ortszeit, schlafen gelegt.

Es waren 9 tolle Monate in New York. Ich hätte nicht erwartet, dass die Zeit in den USA so schön wird und ich so viel erleben werde. Ich habe viele interessante Menschen (und ihre Ansichten) aus allen Teilen der Welt kennengelernt und auch erfahren, welches Bild die Leute woanders von Deutschland haben (dieses Bild war durchweg positiv). Auch sehe ich mein kleines Heimatland jetzt aus einem neuen Blickwinkel und habe mich schon länger darauf gefreut, endlich wieder hier zu sein. Dass die Natur so schön ist wusste ich gar nicht mehr und habe die Wiesen und Felder daheim bisher weniger gewertschätzt. Ich habe übrigens über 8000 Fotos geschossen.
Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass ich alles nochmal genauso machen würde und mit meinem Auslandsaufenthalt sehr zufrieden bin.

Danke an alle, die hier ab und zu vorbeigesurft sind um mein kleines Abenteuer zu verfolgen! Es freut mich, falls ihr auch etwas von meinem Auslandsjahr hattet und mein blog euch einen kleinen Einblick in New York gegeben hat. Ich persönlich finde es unglaublich, dass ich das Privileg hatte, dort 9 Monate leben zu dürfen und noch viel unglaublicher, dass Deutschland mir das bezahlt hat ;). Danke Deutschland.

Als Erinnung für mich werde ich dieses Blog in den nächsten Wochen als Tagebuch layouten. Dazu werde ich alles nochmal überarbeiten, viele Eintrittskarten und so einscannen und ein paar Sachen ergänzen (z.B. will ich was zur Bewerbung für Stipendium, Uni & Visum schreiben). Das ganze werde ich mir dann als echtes Buch drucken lassen. So richtig mit binden und so, das kostet heutzutage nicht mehr viel (ich vermute so um die 30€).
Falls irgendjemand ein Exemplar dieses Buches möchte, soll er sich bei mir melden. Sobald ich fertig bin und weiß wieviel der Druck kostet gebe ich dann bescheid, wieviel das Buch kosten würde (ich werde es natürlich zum Selbstkostenpreis "verkaufen", also wenn jemand es haben will muss er nur das Drucken seines Exemplares bezahlen).
Wer nur das fertige pdf (also zum Lesen am Computer) haben will, bekommt dieses natürlich gern per E-Mail.
Ansonsten freue ich mich natürlich auch sonst über jedwedes Feedback zum blog (oder eine Einladung zu Kaffee & Kuchen).

So bin ich zu erreichen:
Tschüss & nochmal danke fürs Lesen!

(Statistik zum blog, hat Mitte Oktober angefangen: )